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INSIDE MONGOLIA (DE)

Eine Reise in eine andere Welt

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Der lange Weg gen Westen 

Ulaanbaatar. August 2017. Die Sonne erhebt sich über der erwachenden Millionenstadt im Herzen des zentralasiatischen Landes, die Hügel in der Entfernung leuchten im Morgenlicht. Nur kurz, denn die dunklen Wolken ziehen in Windeseile über die Tempel und Dächer der Stadt. Es ist mein zweiter Besuch hier – bereits letztes Jahr hatte mich die Mongolei in ihren Bann gezogen. Unser russischer Off-Road Bus ist gepackt, der Fahrer tankt ein letztes Mal voll und unser Guide besorgt einige Liter Wasser für die lange Fahrt. Alina (@alinakondrat) und ich teilen uns den Platz auf der Rückbank mit dem Hund unseres Guides, der wahrscheinlich genauso groß ist, wie wir selbst. Das Samsung Galaxy S8+* ist geladen und die Fahrt gen Westen beginnt. Sie sollte sechs Tage dauern. 

*Alle Bilder in diesem Blog sind mit dem Samsung Galaxy S8+ entstanden.

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Gleich hinter den Stadtgrenzen beginnt die Steppe, eine karge und flache Landschaft, die sich bis zum Horizont erstreckt und nicht zu enden scheint. Am vierten Tag entschließen wir uns, den Black Lake (Char Nuur) im Westen des Landes anzusteuern. Es ist nur ein Umweg von ein paar hundert Kilometern, aber es sollte sich lohnen. Der riesige See, ein wichtiger Rastplatz besonders für den Kontinent durchquerende Zugvögel, liegt inmitten von riesigen Sanddünen und steinigen Bergen. Ein kleines Wunder der Natur: 

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Immer weiter geht es Richtung Westen, nur wenige Autos kommen uns entgegen. Manchmal liegen hunderte Kilometer zwischen einer Siedlung und der nächsten. Dazwischen: nichts. Die Berge werden langsam höher, die Temperaturen sinken, besonders nachts. Geschlafen wird im Zelt, jede Nacht woanders. 

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Der Adlerjäger

Die trockenen Hügel werden langsam wieder grüner, es scheint hier häufiger zu regnen. Wir sind auf der Suche nach Bazarbai, einem Eagle Hunter, der zu dieser Jahreszeit eigentlich im Herbst- Camp seiner Familie zu finden sein müsste. Auf einem Feld mitten im Nirgendwo sehen wir ihn plötzlich: mit einer Sense in der Hand macht er das Heu für den Winter. Er lädt uns zu sich ein – nicht aber ins naheliegende Herbst-Camp, sondern ins Sommer-Camp, nahe der chinesischen Grenze, sechs Stunden entfernt. 

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Die Tradition, mit Adlern nach Füchsen und Wölfen zu jagen, ist schon einige Jahrhunderte alt und geht auf die Legende zurück, nach der Erke Joro, eine Frau, das erste mal einen Adler zähmte, ihn an ihre Hand gewöhnte und ihn dann trainierte, um immer wieder zurückzukehren.

Ich hatte zuvor noch nie Portraits mit dem Samsung Galaxy S8+ gemacht und stelle mir selbst die Challenge, nur mit dem Smartphone zu arbeiten und das Maximum herauszuholen. Der große Vorteil: das Smartphone ist leicht und jederzeit bereit, um den richtigen Moment einzufangen. Die Festbrennweite mit 1.7 offener Blende ist quasi die perfekte Kombination für Portraits dieser Art. Fotografiert habe ich ausschließlich im Pro-Mode, häufig mit kurzen Belichtungszeiten (f1.500- 3.000), um auch bei Bewegungen der Personen ein scharfes Bild herauszubekommen. Die RAW- Dateien sind nachbearbeitet mit Adobe Lightroom und persönlichen Presets.

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Weiter nach Norden

Leider haben wir nur einen Tag vor Ort, wir müssen schon wieder weiter Richtung Norden, weitere sechs Tage durch die endlose Steppe, über staubige Berge und matschige Flüsse. Es wird zusehens kälter, die Landschaft wieder grüner und nasser, je weiter nördlich wir uns bewegten. 

Gurvansaikhan ist die letzte Stadt im Norden östlich des immensen Khovsgol Lake.
Danach kommt nur noch Matschland, riesige Wälder und Flüsse, Bären und Wölfe, Berge und Schnee. Von hier aus kommen wir nicht mehr weiter mit dem Bus – ausschließlich mit dem Pferd. Wir finden einen Hof und fragen nach Vierbeinern, die wir für ein paar Tage ausleihen könnten. Wenige Stunden später kämpft sich unsere kleine Karavane durch sumpfige Landschaften, verregnete Berge und tiefes Dickicht, ehe wir am späten Abend endlich unser Ziel erreichen: das Dorf der Rentier-Nomaden. 

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Das Rentierdorf

Ein kleines Dorf liegt vor uns in der sumpfigen Landschaft, fast dreißig Tipis, aus denen Rauch empor steigt. Der Clan-Leader und seine Frau empfangen uns herzlich mit heißem Tee und frischem Brot, das Feuer im Zelt lässt unsere nasse Kleidung langsam trocknen. Er selbst ist Schamane, der Heilsbringer und Beschützer des Dorfes, das immer nur wenige Monate an einem Ort bleibt, ehe es zum nächsten weiterzieht. Das Dorf lebt von seinen Rentierherden – auf denen sie reiten, ihr Gut transportieren und täglich frische Milch bekommen. Nur in der Winterzeit stellen die Rentiere auch die Nahrung dar. Aber wenn doch eines von ihnen geschlachtet wird, dann wird jeder Tropfen Blut, jeder Knochen und jede Sehne von den Menschen genutzt, um sich warm zu halten und Kleidung oder Werkzeuge herzustellen. 

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Es ist unglaublich faszinierend zu erfahren, dass die meisten hier lebenden Nomaden früher einmal studiert haben, in einer Siedlung oder der Stadt lebten. Sie alle aber entschlossen sich danach mit ihrem Wissen zu ihren Eltern und Großeltern zurückzukehren und die Tradition des Nomadentums weiterzuleben, die Rentiere zu herden und das Leben in Einklang mit der Natur zu genießen.

Wer denkt, diese Menschen leben hinter dem Mond, irrt sich: es gibt ein Dorftelefon, das rege genutzt wird, Solarpanels oder Autobatterien helfen, die Mobiltelefone und manchmal sogar Laptops aufzuladen. Und trotzdem: das Leben in diesem Teil der Welt wird jedes Jahr härter. Die Winter werden kälter und rauer, schon das zweite Jahr in Folge mussten sie bei minus 65 Grad Celsius ausharren. Mehr und mehr Rentiere sterben im Winter, da sie im kargen Sommer nichts zu fressen finden können. Deswegen zieht es eine wachsende Zahl junger Nomaden in die Stadt, weil das Leben dort bequemer ist. Die Arbeitslosigkeit jedoch bringt sie häufig wieder zurück in die Berge. 

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Am nächsten Morgen geht es mit den Pferden wieder zurück nach Gurvansaikhan. Nach einer abenteuerlichen Fahrt von hier zur nächstgelegenen Stadt bringt uns eine der wenigen ausgebauten Straßen innerhalb von zwei Tagen in die Hauptstadt. Kurz darauf fliegen wir über all die Berge, die wir zuvor mit dem Bus oder dem Pferd durchquert haben. Zurück nach Europa. Im Gepäck unzählige Bilder und ein veränderter Blick auf unsere eigene Gesellschaft sowie die erneute Erkenntnis, wieviel Luxus wir in Europa haben, ohne es zu bemerken und wertzuschätzen. 

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Diese Reise wurde unterstützt von Samsung Deutschland im Rahmen der Kampagne #DoWhatYouCant. Alle Bilder sind mit dem Samsung Galaxy S8+ entstanden und in Adobe Lightroom bearbeitet.

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